Porsche bank

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Harmonische Prozesse sind eine wichtige Voraussetzung für eine schlagfertige Unternehmensplanung. Dies beweist die gelungene Einführung einer integrativen Planungssoftware bei der Porsche Bank.  

Einen standardisierten Planungsprozess schaffen – für 42 Gesellschaften in 15 Ländern, effizientere Prozesse, besserer Support für die Anwender und eine Softwareunterstützung für treiberbasierte Planungslogiken: So lauteten die Ziele des Planungsprojekts der Porsche Bank, des renommierten Kfz-Finanzdienstleisters mit Hauptsitz in Salzburg.
Die Finanz- und Vertriebsplanung bei der Porsche Bank war bis dahin eine sehr herausfordernde und ressourcenintensive Aufgabe. In den verschiedenen Länderniederlassungen sowie auch im Vergleich der Vertriebs- und der Finanzplanung wurde unterschiedlich geplant. Jede Landesorganisation kalkulierte ihre Finanzen mittels sehr individueller Excel-Tabellen und Planungsmodelle. In der Vertriebsplanung existierten viele Insellösungen, bestehend aus komplexen Verknüpfungen zwischen Programmen wie Access, dem Data Warehouse und mannigfaltigen Excel-Tabellen.
Eine integrierte Unternehmensplanung oder eine kurzfristige Korrektur der Managementvorgaben, zum Beispiel bei plötzlichen Marktveränderungen, waren aus diesen Gründen nur schwer möglich. Zudem konnte das zentrale Controlling der Porsche Bank bei Support-Anfragen erst nach einer intensiven Einarbeitung in die speziellen Planungstabellen der jeweiligen Abteilung weiterhelfen.

Integrierte, standardisierte Prozesse.
Die Porsche Bank ist ein Tochterunternehmen des VW Konzerns und muss ihre Planzahlen in regelmäßigen Abständen an die VW-Zentrale melden. Auf der Basis der aktuellen Planzahlen werden Unternehmensbewertungen und wichtige Managemententscheidungen getroffen. Vor dem Hintergrund der börsennotierten Muttergesellschaft liegt es auf der Hand, dass die Planung für die Porsche Bank einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Eine deutliche Steigerung der Effizienz und Flexibilität des Planungsprozesses waren deshalb wichtige Anforderungen an die gesuchte neue Lösung.
Bei diesem wichtigen Evolutionsschritt in der Unternehmensplanung entschied sich die Porsche Bank für das Lösungsangebot des Planungsspezialisten Thinking Networks und seine Software TN Planning. Mit deren Einführung verfügt das Controlling über eine zentral aufgesetzte Client-Server-Lösung.
Alle dezentralen Entscheidungsträger greifen online über das Firmenportal auf die Software zu. Das zugrundeliegende Planungsmodell kann jederzeit zentral überwacht und angepasst werden.
Die dadurch verbesserte Integration der Planung aus sämtlichen Abteilungen und Ländern ermöglicht eine einheitliche Vorgehensweise bei der Stückzahlenplanung in allen Gesellschaften der Porsche Bank Gruppe und sorgt für eine verlässliche Konsistenz der Daten. Auch lassen sich mit TN Planning die verschiedensten unternehmensweiten Planungsszenarien entwerfen (zum Beispiel «Worst, Best und Average Case»).
Zudem können alle Entscheider die Planung der verschiedenen Gesellschaften inklusive sämtlicher Details und Berechnungsgrundlagen einsehen und bei Bedarf Einfluss nehmen. Dank der gewonnenen Transparenz kann das zentrale Controlling bei Problemen oder Fragen der Anwender schneller weiterhelfen.

Top-down getriebene Planung.
Mit der neuen Softwarelösung wurde auch ein neuer Prozess für die Stückzahlenplanung im Inland eingeführt. Vor der Umstellung auf TN Planning wurden die Daten (zum Beispiel die Anzahl der SEAT-Kaskoverträge an Firmenkunden) auf der untersten Ebene geplant, anschließend zu einer Gesamtplanung aggregiert und schließlich mit dem Feedback der Geschäftsführung in mehreren Korrekturschleifen optimiert.
Der neue Prozess beginnt mit der Bestimmung der Finanzierungsstückzahlen durch das Management. Auf dieser Basis erstellt das Verkaufsteam dann die Vertriebsplanung, die für regelmäßige Soll-/Ist-Vergleiche benötigt wird – für jeden der 300 Betriebe und für jeden der rund 3’000 Autoverkäufer.
Vor der Einführung der integrierten Lösung waren ein sehr hoher manueller Integrationsaufwand und drei Softwaretools (Excel, Data Warehouse und Access) nötig. Jetzt erledigt eine Lösung, TN Planning, die ganze Arbeit. Zukünftig sollen die Geschäftsparameter wie etwa Volumina oder Bilanzen für die Budgetziele aller Abteilungen direkt aus dem Planungssys-tem abgeleitet werden.

Betriebliche Verteilungslogik.
Eine besondere Aufgabenstellung im Rahmen des Planungsprojektes bei der Porsche Bank war die Anforderung, eine ganzzahlige Verteilungsmechanik effizient und praxistauglich umzusetzen: Die Verteilung der Plandaten muss dabei stets in ganzen Zahlen nach geschäftsspezifischen Kriterien (wie beispielsweise «Marke», «Kundensegment» oder «Produkt») mit einer entsprechend vorgegebenen Saisonkurve erfolgen.
Die sonst eher üblichen Standardverteilungsfunktionen kamen daher nicht in Frage. Zusammen mit den Beratern von Thinking Networks entwickelte die Controllingabteilung des Finanzdienstleisters ein neues algorithmisches Verfahren, um diesem besonderen betriebswirtschaftlichen Anspruch gerecht zu werden.

Personalverwaltung auf einen Blick.
Eine weitere Herausforderung in dem Projekt war die Verkäuferverwaltung: Die dezentralen Verantwortlichen planen monatlich die Vertriebsziele für die Verkäufer in den Autohäusern. Neue und ausscheidende Verkäufer sowie Mitarbeiter, die das Autohaus wechseln, erfordern eine laufende Aktualisierung der Planung. Hierzu wurde ein spezieller Steuerungsdialog entwickelt, der eine schnelle und einfache Verwaltung ermöglicht.
 
Treiberbasierte Planung.
Bei dem sehr fortschrittlichen Ansatz der Porsche Bank werden in bestimmten Geschäftsbereichen schon die Treiberlogiken zur Beschleunigung des Planungsprozesses verwendet. Bei der Finanzplanung beispielsweise werden die Neuzulassungen und Gebrauchtwagenverkäufe als Treiber angenommen und anschließend lediglich die Anteile geplant.
Der Finanzierungsanteil beschreibt zum Beispiel, wieviel Prozent der verkauften Autos mit einem Finanzierungsvertrag (Leasing oder Kredit) ausgestattet werden. So bleiben die Anteile plausibel, wenn sich die Prognosen zu Neuzulassungen oder Gebrauchtwagenverkäufen ändern. Zudem lässt sich die Zahl der verkauften Verträge auf der Basis der Treiberwerte sehr schnell neu berechnen.

Problemlose Datenintegration.
Um die «Single Source of Truth» in der Datenhaltung sicherzustellen, wurde die neue Planungssoftware nahtlos mit dem Data Warehouse (SQL-Datenbank) der Porsche Bank verbunden. Zusätzlich kommuniziert die neue Lösung für die Planung der ausländischen Töchter über eine CSV-basierte Schnittstelle mit SAP SEM, der bei der Porsche Holding genutzten Reporting- und Konsolidierungssoftware. Der Datenaustausch zwischen allen System erfolgt automatisiert per Knopfdruck.

Schrittweise zur integrierten Planung.
Im nächsten Schritt sollen die Volumen- und die Kostenplanung abgebildet werden. Das Langfristziel ist schließlich, den gesamten Planungsprozess im nationalen und internationalen Markt inklusive Gewinn- und Verlustrechnung sowie Bilanzplanung zu einer globalen integrierten Planung aufzubauen. Hierbei ist es von Vorteil, dass TN Planning die Verwendung von Kennzahlen aus einer Teilplanung in anderen Planungen zulässt.
Somit kann die Porsche Bank ihre Planungsanwendung je nach Bedarf sehr komfortabel und flexibel erweitern. «Vor allem die außerordentlich flexible Gestaltung des Datenmodells und der Planungsprozesse ohne technische Einschränkungen hatte uns bei TN Planning im Vergleich zu anderen Lösungen überzeugt», resümiert Martin Gugerbauer, Leiter Bank Group Controlling (BGC) bei der Porsche Bank AG. «Zudem profitieren wir regelmäßig von der konstruktiven, flexiblen und stets lösungsorientierten Beratung unseres festen Consultants.»

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net 
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