Versicherungen

Altlastensanierung.

Bei der digitalen Transformation ihrer internen Geschäftsabläufe, externen Dienstleistungen und Angebote droht die Versicherungsbranche den Anschluss zu verlieren. Eine neue Managergeneration aber erkennt jetzt die Defizite. 

Seit Mai lenkt Oliver Bäte als neuer CEO die Allianz. Der Nachfolger von Michael Diekmann durch ein Zukunftsprogramm neue Akzente setzen – mit einer digitalen Strategie. So sollen 2016 zum Beispiel neuartige «Pay-as-you-Drive»-Tarife eingeführt werden, bei denen die Versicherungskosten etwa vom individuellen Beschleunigungs- und Bremsverhalten abhängen, das mithilfe von Telematik-Sensoren im Auto gemessen wird. 

Bätes Vorstoß ist nötig. Denn die Versicherungsbranche hinkt bei Themen wie etwa intelligenter Datenanalyse, Online und mobiler Präsenz hinterher. Dies liegt laut einer Umfrage des Beratungshauses PAC (Pierre Audoin Consultants) zu einem großen Teil am Fehlen moderner IT-Systeme. Im ersten Quartal 2015 befragte das Institut 200 Führungskräfte und IT-Verantwortliche führender europäischer Versicherer: 42 Prozent gaben an, dass in ihren Unternehmen in den nächsten zwei Jahren die Modernisierung der Infrastruktur vorangetrieben werden solle. 

Mithilfe einer digitalen Strategie sollen vor allem die Kundenakquise (63 Prozent) verbessert und ein «wirtschaftlicherer Betrieb» erreicht werden (61 Prozent). Von tiefergehenden Datenanalysen versprechen sich die Manager Fortschritte bei Risikokalkulationen (68 Prozent) und im Betrugsmanagement (45 Prozent).  

Zentral sind die Themen Online und Mobile. Ein Drittel der von PAC Befragten geht davon aus, dass mobile Geräte im Vertrieb wichtiger werden. Wie weit der Weg dorthin aber noch ist, zeigt eine Studie des Consultingunternehmens Absolit, das 40 deutsche Versicherer befragte: Derzufolge betreibt jede zweite Assekuranz bislang weder eine mobile Webseite noch eine im Responsive Design, die Inhalte optimiert für Smartphones darstellt. 

Beim Vergleich beider Studien zeigt sich die mangelnde Präsenz bei Sozialen Medien wie Facebook: Eine Mehrheit der Befragten der PAC-Studie erkennt zwar deren großes Potential für die Kundenzufriedenheit (63 Prozent) oder das bessere Verständnis des Kundenverhaltens (56 Prozent). Laut Absolit-Studie jedoch sind 35 Prozent der Versicherer im Social Web überhaupt noch nicht aktiv. 

Topmanager wie Bäte sehen den Nachholbedarf. Deshalb setzt er das Thema Social Media auf seine Strategieagenda. 

   

 

 

Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net 
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