Allianz

Dreifachansichten.

Mit Online-Management-Dashboards können Führungskräfte in Echtzeit auf die unterschiedlichsten Kennzahlen zugreifen. Der Versicherungskonzern Allianz SE baut ein vorbildliches System auf.

 

Wie gefährlich ist die Krise der Schwellenländer von China bis Brasilien? Für Helga Jung, im Vorstand der Allianz SE unter anderem für das Geschäft in Lateinamerika sowie strategische Beteiligungen, Fusionen und Akquisitionen verantwortlich, stand dieses Thema schon vor knapp zwei Jahren oben auf der Agenda. Und sie sah den Wandel: «Von den hohen Wachstumsraten der letzten Jahre müssen wir uns verabschieden. In zahlreichen Schwellenländern erleben wir derzeit den Übergang von einem sehr schnellen investitionsgetriebenen Wachstum hin zu einem etwas langsameren innovationsgetriebenen Wachstum. Diese Entwicklung ist nicht nur normal, sondern auch gesund.» 

Gemeinsam mit ihren Kollegen im Topmanagementteam stellte sie bereits damals die Weichen, um den Finanzkonzern auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Dabei bauten die Allianz-Lenker unter anderem auf ein Online-Management-Dashboard im Group Reporting des Konzerns. Dieses sollte die Informationsbereitstellung im Berichtswesen unternehmensweit effizienter gestalten.  

 

Echtzeitzugriff für Entscheider
Unter dem Codenamen «Dashboard Reporting» entstand ein vorbildliches System, dessen Struktur auf der jüngsten Fachkonferenz Reporting von Horváth & Partners präsentiert wurde.  Ziel des innovativen Tools ist es, die Probleme einer papierbasierten Berichterstattung zu beheben, den Entscheidern einen Echtzeitzugriff auf die Informationen zu ermöglichen und technisch eine «SAP Business Objects»-Plattform aufzubauen, um damit den Grundstein für die Weiterentwicklung des Group Reportings zu legen. 

Die Vorlage für die Ausgestaltung der Dashboards bildete ein existierendes Printprodukt aus dem Monatsberichtswesen der Allianz. Dabei agierte das Projektteam – wie die beiden verantwortlichen Businessanalysten Jens Niebecker, Manager Finance Transformation, und Thomas Schmid, Head of BW Reporting, auf der Konferenz berichteten – im Spannungsfeld zwischen den inhaltlichen Anforderungen der Fachbereiche und der technischen Umsetzbarkeit.

 

Flexible und robuste Infrastruktur.
Das Projekt basiert auf der Einführung eines «Management Reporting Layers», der künftig alle wichtigen Daten für die Berichte enthält. Weil auf dieser aggregierten Ebene das Datenvolumen reduziert wurde, war ein performantes Berichtswesen möglich. 

Dabei sorgten die Allianz-Experten vor: Damit künftig die relevanten Informationen aus einem einheitlichen Datenbestand stammen sowie auch mit Kommentaren und Plan- sowie Forecast-Werten angereichert werden können, stellten sie drei verschiedene Cubes (mehrdimensionale Datenwürfel zur logischen Darstellung der Informationen) ins Zentrum der Lösung: einen für das Managementreporting im engeren Sinne, einen weiteren für das Einfügen von Kommentaren und einen dritten für «OE Adjustments» (Anpassungen für «Operating Entities», die operativen Konzernheiten).

In den «Management Reporting Cube» werden Daten aus den Bereichen Finanzen (Konzernabschluss, internes Financial Reporting) und statistisches Reporting (Forderungsmanagement, Mitarbeiterzahlen und CO2-Berichte) geladen.

Alle Anpassungen, die im Rahmen des rollierenden Forecasts (Rolling Projection) vorgenommen werden, gehen in den zweiten Würfel, den «OE Adjustment Cube». Ein  paralleles Projekt namens «Rolling Projection» gewährleistet die Erfassung der Anpassungen im System und erlaubt somit jederzeit einen Echtzeitzugriff auf die aktualisierten Forecast-Werte.

Der dritte Datenwürfel, der «Commentary Cube», ist in das unternehmensinterne Berechtigungskonzept integriert, das es erlaubt, die einzelnen Berichte und deren Inhalte zu kommentieren. Eine integrierte, systemgestützte Freigabefunktion verhindert, dass nicht abgestimmte Kommentare veröffentlicht werden.

Mit ihren Dashboards können die Allianz-Manager auf die in diesen drei Cubes aufbereiteten Ist-, Plan- und Forecast-Daten ebenso wie auf die Kommentare zugreifen. Der Umfang des Zugriffs ist vom persönlichen Freischaltungsstatus abhängig. Der Zugang läuft über den jeweiligen persönlichen Internetanschluss und die Software «SAP BO Dashboards».  

 

Intuitiv nutzbare Reports.
Die Berichte sind intuitiv bedienbar und ermöglichen auch das Durchspielen unterschiedlicher Zukunftsszenarien. Wesentliche Vorteile lägen, so Allianz-Manager Niebecker, in der guten Integration der Dashboard-Lösung in die BW-Landschaft. Das Projekt, Anfang 2014 gestartet, befindet sich derzeit in der Roll-out-Phase. Bis zum Jahresende sollen weitere Datenquellen integriert werden. 

Der Nutzen des Dashboards ist groß: Durch den entfallenden Verteilungsprozess wir die Informationsbereitstellung effizienter. Und die Manager können Informationen in Echtzeit abrufen.

Davon profitiert auch die Vorstandsarbeit von Helga Jung und ihrer Kollegen. So kann Jung ihre Einschätzung, dass «von den Schwellenländern weiter maßgebliche Impulse für unser Geschäft ausgehen», nun stets mit aktuellen Informationen belegen – oder modifizieren

 

Profil: Allianz SE
Hauptsitz: München 
Branche: Versicherungen
Mitarbeiter: 147’000
BI-Lösung: SAP

   


Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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