Logistik

Hermes steigert Planungstransparenz.

Die Hermes Logistik Gruppe Deutschland hebt die Finanzplanung auf ein neues Niveau: Die Transparenz in der Planung der Distributionslogistik wächst und der Planungsprozess wird deutlich beschleunigt. 

Mit mehr als 14’000 Shops verfügt die Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD) über das größte nationale PaketShop-Netz Europas. Sie ist eine von zwölf Gesellschaften der international tätigen Hermes Gruppe, die zur Otto Group gehört. Das Leistungsspektrum der unter der Marke Hermes operierenden Gesellschaften umfasst die gesamte Wertschöpfungskette des Handels: von Sourcing, Qualitätsabsicherung sowie Transport über Fulfilment und Paketservice bis hin zum Zwei-Mann-Handling, der speziellen Distribution etwa von Möbeln oder anderen Großstücken. Damit ist Hermes der führende Spezialist für handelsnahe Dienstleistungen und Partner zahlreicher klassischer Händler, Multi-Channel-Verkäufer und Online-Retailer.

Groß ist auch die Bandbreite der Geschäftsprozesse: Bis etwa ein Paket beim Empfänger eintrifft, hat es bereits viele Stationen hinter sich – darunter die Sortierung in großen Logistikzentren, verschiedene Be- und Entladeprozesse  sowie schlussendlich die Zustellung beim Endkunden. Jede dieser Stationen verursacht Kosten und hat einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Konzerngruppe. 

Eine neue integrierte Planungslösung sollte hier für eine Verbesserung sorgen. Hermes entschied sich für die Software TN Planning von Thinking Networks. Zielvorgabe war es, alle Prozesse der Wertschöpfungskette in einer Vertriebs- und Kostenstellenplanung abzubilden, um auf dieser Basis die Prozesskostenberechnung relevanter Ergebnisgrößen wie etwa des Umsatzes oder der variablen Kosten zu ermöglichen. Darauf aufbauend muss direkt ein Deckungsbeitrag sowie eine Kostenträgerrechnung nach Auftraggeber (im B2B-Geschäft) oder Sendungsart (im B2C-Geschäft) berechnet werden können.

 

Flexibilität und Nutzbarkeit.
«Wir erwarteten zudem die vollständige Prozessabdeckung für alle Anwender und eine flexiblere Datenhaltung, um schneller auf Änderungen im Geschäft reagieren zu können», erläutert Frederik Wahl, Teamleiter für Planung und Kostenträgerrechnung bei der Hermes Logistik Gruppe Deutschland, die Anforderungen.

Ein Vorteil der neuen Lösung ist darüber hinaus die Benutzerfreundlichkeit, die für Hermes eine große Bedeutung hat: Die Sicht des einzelnen Planers ist fokussiert auf die für ihn relevanten Berichte. 

So sieht ein Controller beispielsweise nur die Plandaten für einen spezifischen Auftraggeber oder in einem anderen Fall bestimmte Teile der Prozesskette. Die Zuweisung der individuellen Benutzersichten kann jederzeit vom zentralen Controlling gesteuert werden. 

 

Weitgehende Eingabefreiheit.
Der Nutzer kann entweder auf einer unteren Ebene die Zahlen für ein einzelnes Produkt eingeben oder auf einer übergeordneten Ebene Planzahlen einfügen (zum Beispiel für eine ganze Produktgruppe), die dann automatisch vom System auf die einzelnen Produkte verteilt werden. 

Die Verteilungslogiken können je nach Anforderung gewählt werden – zum Beispiel auf der Grundlage der Ist-Werte des Vorjahrs, der durchschnittlichen Entwicklung in den vergangenen 12 Ist-Monaten oder der jüngsten Plandaten.

 

Automatische Datenimporte.
Die Planungsverantwortlichen verfügen dank der neuen Technologie über eine viel größere Flexibilität: Um externe Plandaten problemlos einzuspeisen, steht es ihnen beispielsweise frei, auch lokale Tabellen von ihren persönlichen Rechnern in TN Planning hochzuladen. 

Dabei wird eine weitgehend intuitive Nutzung ermöglicht. So können die Anwender bei der Hermes Logistik Gruppe Deutschland auf Knopfdruck individuelle Templates erzeugen, die die Struktur einer externen Tabellendatei festlegen. Diese Templates stellen sicher, dass die Import-Daten richtig mit den Daten in TN Planning verknüpft werden.

 

Transparente Kostenträgerrechnung.
Die Zuordnung der Ausgaben zu den Kos-tenträgern (also den Auftraggebern) ist bei Hermes oft sehr heterogen und daher nicht standardisierbar. Daher wurde den Controllern ermöglicht, diese Zuordnungen sehr flexibel und einfach zu bestimmen. Ein Beispiel: Für Paketscheine in den Hermes PaketShops fallen Kosten an, die in der Planung bestimmten Auftraggebern zugeordnet werden müssen. 

In diesem Fall können die Kosten über eine einfache Benutzermaske zum Beispiel mit der Bezugsgröße «Menge der Sendungen» in Verbindung gebracht und auf Produktgruppen, wie etwa dem privaten Paketversand, weiter eingegrenzt werden.

Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass die Controller die verknüpfte Bezugsgröße zusätzlich gewichten können – also deren Bedeutung für einen Kostenträger auf- oder abwerten.

 

Kostenverteilung jederzeit anpassbar.
Diese Stellschrauben für die Zuordnung nach Kostenträgern und damit einhergehend die Verteilung der Kosten lassen sich jederzeit anpassen, sogar innerhalb eines Planungszyklus. Neben der gewonnenen Flexibilität sorgt das neue Planungssystem so bei der Hermes Logistik Gruppe Deutschland für mehr Transparenz, was die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen dem zentralen Controlling und den Fachabteilungen deutlich verbessert. Hermes realisiert die Stammdatenhaltung in einem Data Warehouse, auf das mithilfe einer anderen Software (SAP BusinessObjects) zugegriffen wird. 

Die neue Planungslösung TN Planning ist über eine Schnittstelle mit diesem Data Warehouse verbunden. Der Datenaustausch (Import und Export) zwischen beiden Technologien erfolgt bequem und teilweise automatisiert per Knopfdruck. 

Darüber hinaus lässt sich der Datenexport je nach Zielgruppe spezifizieren: Zum Beispiel enthält ein Export an die IT-Abteilung vor allem die technischen Identifikationen der Datensätze, derjenige an die Fachabteilung hingegen weiterführende Beschreibungen zu den Daten.

 

Schlanker Planungsprozess.
Unter dem Strich hat das Planungssystem den Controllern viel Zeit erspart: Der Zeitbedarf für die erste Planungsrunde verkürzte sich dank des neuen Tools um rund vier Wochen. Da in dieser Phase zeitgleich das Konzept und das System verändert wurden, erwartet die Hermes Logistik Gruppe ab der nächsten Planungsrunde sogar eine Verkürzung der Planungszeit um insgesamt bis zu vier Monaten.

Bei der Nutzung von TN Planning verwendet Hermes als eines der ersten Anwenderunternehmen auch das optionale Zusatzmodul TN Key Composer. Mithilfe dieses Werkzeugs ist es leichter möglich, sogenannte Planungskontexte zu definieren, um konzern- und  produktspezifische sowie regionale Aspekte in der Planungslogik abzubilden. So soll etwa in der Vertriebsplanung zum Teil anders gerechnet werden, wenn es um einen konzerneigenen Auftraggeber geht. 

 

Modularer Planungsaufbau.
Die Ergebnisplanung für die Deckungsbeitragsrechnung bei dem Logistikdienstleis-ter benötigt den Wert des Umsatzes, der in der Vertriebsplanung ermittelt wird. 

Diese Kennzahl kann durch den TN Key Composer einfach in der Ergebnisplanung wiederverwendet werden, ohne eine zusätzliche Umsatzkennzahl anlegen zu müssen. Redundanzen und potentielle Inkonsistenzen im Planungsmodell werden auf diese Weise ausgeschlossen. Zudem ist die Erweiterung des Systems um weitere Teilplanungen schnell möglich. 

 

Profil: Hermes Gruppe
Unternehmenssitz: Hamburg 
Branche: Logistik/E-Commerce
Mitarbeiter: 12’215
Umsatz: 2,46 Milliarden Euro 
Planungslösung: Thinking Networks

 

   


Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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