Sixt

Kraftschub.

Der größte Autovermieter in Deutschland beschleunigt seine Managemententscheidungen dauerhaft mithilfe einer Business Analytics-Plattform. Der zentral gelenkte Datenservice steht dabei im Mittelpunkt.

*Von Wolf K. Müller Scholz

 

Wer die Investitionen gegenüber dem Vorjahr um gut 40 Prozent steigert und trotzdem vor Steuern über fünf Prozent mehr verdient, versteht sein Geschäft. Entsprechend selbstbewusst präsentierte Erich Sixt, seit 1969 und in dritter Generation Chef der gleichnamigen Autovermietung, seinen jüngsten Quartalsbericht: «Die finanzielle Stärke unseres Konzerns erlaubt es, gezielt in die Auslandsexpansion zu investieren.»

Sixt verbuchte im ersten Quartal bei einem Umsatz von knapp 465 Millionen Euro ein solides Vorsteuerergebnis von  28,1 Millionen Euro. Fahrzeuge im Wert von 1’430 Millionen Euro steuerte das Unternehmen in seine Vermiet- und Leasingflotte ein. Das Management unterstreicht dabei die «höheren Aufwendungen für strategische Wachstumsinitiativen in der Autovermietung, konkret für den Ausbau des Stationsnetzes in den USA, für eine großangelegte Werbe- und Marketingkampagne und neue Stationen in Frankreich sowie für die neuen Auslandsstandorte London und Wien von DriveNow, dem zusammen mit BMW betriebenen Joint-Venture für Premium-Carsharing.»  
Für eine derart offensive Strategie benötigt das Management stets den Einblick in die aktuellen Geschäftszahlen – auf allen Ebenen und in sämtlichen Konzernbereichen. Der Business Intelligence-Einsatz ist bei Sixt deshalb selbstverständlich.

Vor zwei Jahren entschied sich das Unternehmen für den Wechsel zu der modernen Visual Analytics-Plattform QlikView. Initiiert von den Fachbereichen wurde unter Leitung der konzernweit verantwortlichen BI-Einheit zunächst eine klassische Server-Lösung installiert, die zügig auf mobile Anwendungen und auf eine virtualisierte Multiprojektplattform ausgedehnt wurde. «Dies geschah in einem hohen Tempo», sagt Andreas Pollinger, Leiter Business Intelligence.
Dabei ist der praktische Nutzwert von Anfang an greifbar: «Unser Management nutzt QlikView für die tägliche Arbeit und prüft regelmäßig die Geschäftszahlen, um Veränderungen und Trends rechtzeitig erkennen und reagieren zu können», unterstreicht Pollinger. «Bei Bedarf kann es für bestimmte Regionen oder Unternehmensbereiche via Web-Zugriff selbst in Details hineinschauen und somit Entscheidungen schneller und fundierter treffen.»

Einheitliche Front-End-Plattform.
Vorbei sind die Zeiten, da das Unternehmen jeden Monat rund 100 verschiedene, statische Reports generierte. Dank QlikView gibt es nun einheitliche Berichte, die je nach Managementebene oder Konzernbereich den Blick in Geschäftszahlen auf verschiedenen Aggregations- und Einstiegsebenen ermöglichen – ohne lange Vorbereitungs- und Wartezeiten.

Die Analytics-Applikationen kommen bei Sixt konzernweit zum Einsatz – besonders aber in den Bereichen Finanzen, Vertrieb und Filialen. Benötigt wird vor allem der Zugang zu den Kennzahlen, nach denen das tägliche Geschäft gesteuert wird. «Die Manager bekommen von uns reichhaltige Entscheidungsgrundlagen, die sie schnell, zunehmend online und ohne Hilfe der zentralen IT nutzen können», betont BI-Chef Pollinger.

Dennoch sei Business Intelligence bei Sixt keine Self-Service-Sache: Die QlikView-Lösung wurde zwar maßgeblich von den Fachabteilungen getestet und ausgesucht, wird aber als einheitliche, konzernweite Frontend-Plattform von der zentralen BI-Abteilung zur Verfügung gestellt. «Wir wollen einen langfristig stabilen Analytics-Rahmen liefern», sagt Pollinger.

Sein Business Intelligence-Team agiert formell noch als Teil der zentralen IT-Abteilung, ist aber immer mehr mit den Fachbereichen verwoben und dient diesen als Support- und Kompetenzzentrum. Dank der Umstellung der neuen Analytics-Anwendung von einer rein auf eigener Hardware basierenden Server-Lösung zu einer virtualisierten BI-Umgebung unter Separierung der QlikView-Dienste steigerten die Experten bei Sixt die Leistung beim Hochladen und Bereitstellen der Management-Applikationen nach Angaben Pollingers um mehr als 60 Prozent: «Für das Management-Reporting bedeutet dies, dass wir schneller liefern  – und weit mehr Berichte bereitstellen können.»

Was dies im Unternehmensalltag bedeutet, zeigt folgendes Beispiel: Früher standen dem Management bestimmte Berichte morgens um sieben Uhr zur Verfügung, jetzt zwei Stunden früher um fünf Uhr – und das bei weniger Ressourcenaufwand. «Die Daten für die Entscheider sind also da, bevor es mit dem Tagesgeschäft losgeht. Die Manager und ihre Teams haben mehr Zeit, sich vorzubereiten. Und gleichzeitig sind mehr Applikationen verfügbar», verdeutlicht Andreas Pollinger die Vorteile.

Zukünftig will Sixt den Analytics-Einsatz weiter ausbauen. Denkbar ist laut Pollinger der Einbeziehung unstrukturierter Daten etwa aus Social Media-Plattformen oder den Internetdaten für die Reservierungsstrecken. Der Sixt-Fachmann versprüht Optimismus: «Wir werden unseren Topmanagern genauso wie dem Vertrieb oder den Filialleitern noch mehr wertvolle Daten als Service anbieten können.»

 

Profil: Sixt SE
Hauptsitz: Pullach bei München
Branche: Autovermietung, Leasing
Umsatz: 1,8 Milliarden Euro (2014)
Mitarbeiter: 4’300 (Durchschnitt 2014)
BI-Lösung: QlikView

   

  


Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net
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