Autofinanzierung

Überfliegerqualitäten

Der Finanzdienstleister im Porsche-Holding-Konzern, die Porsche Bank, ist ein erfahrener Anwender von Business Intelligence. Jetzt erhöht er mit mobilen Dashboards seine Management-Power.

Martin Hinterhauser verantwortet bei der Porsche Bank AG den Bereich Business Intelligence. Selbstbewusst weist er auf die lange Erfolgsstory des Business Intelligence-Einsatzes seines Hauses hin: «Wir haben bei der Porsche Bank seit zwölf Jahren ein Business Intelligence Warehouse im Einsatz. Bereits 70 bis 80 Prozent der Informationen wie vor allem Finanz- und Vertriebskennzahlen, die für uns steuerungsrelevant sind, werden darüber abgedeckt.» 

Knapp ein Drittel der gesamten Belegschaft der Porsche Bank nutzt die Business Intelligence-Lösungen, die auf Standardsoftware des Anbieters MicroStrategy beruhen. Das ist ein sehr hoher Anteil. Damit bringt das Unternehmen – Tochter der Porsche-Holding in Salzburg – eine geballte analytische Power in das komplexe Netz des Konzerns.

 

Steuerungskennzahlen auch mobil.
Die Porsche Bank finanziert in Österreich, Osteuropa sowie Teilen Südamerikas Fahrzeuge, die der Einzelhandel an den Endkunden verkauft. Das umfasst Leasing und Kredit genauso wie Versicherungen und Dienstleistungen, beispielsweise Wartungspakete. Und dies für alle Konzernmarken von Volkswagen, SEAT, ŠKODA über Audi und Porsche bis hin zu Lamborghini, Bugatti und Bentley.

Derzeit sind bei der Porsche Bank einige tausend Berichte im Einsatz. «Wir verschicken einiges automatisiert, und viele Mitarbeiter rufen sich Informationen im Web ab», sagt Hinterhauser. Das spart zum Beispiel den Einsatz von zeitraubenden Powerpoint-Präsentationen. 

Diese hohe Nutzungsquote von Analytics wird weiter wachsen. Denn die Porsche Bank treibt den Ausbau der Management-Dashboards in den Bereichen Vertrieb und Finanzen mit voller Kraft voran. Eine entscheidende Rolle spielen dabei zwei Management-Dashboards: 

Bereits voll im Betrieb läuft in der Salzburger Zentrale ein Sales-Cockpit. Das ist ein Managementinformationssystem, mit dem das Management in Österreich sich Steuerungskennzahlen – zum Beispiel Stückzahlen oder Finanzierungsanteile – online und mobil abrufen können. Das geschieht in der Regel über iPads, aber auch andere Endgeräte kommen zum Einsatz.

Die Daten sind stets brandaktuell, weil sie täglich upgedatet werden. «Das Sales-Cockpit enthält sämtliche vertriebsrelevanten Steuerungskennzahlen», betont Hinterhauser, «es wird mithilfe der Dashboard-Technologie von MicroStrategy visualisiert und täglich aus unserem Warehouse befüllt.»

Zusätzlich entwickelte die Porsche Bank ein Finance-Cockpit für das Management in Österreich und in den ausländischen Tochtergesellschaften. Dieses ist seit zwei Monaten im Regelbetrieb. Auch dieses Dashboard ist für den mobilen Einsatz via iPads optimiert und hält alle wichtigen Finanzkennzahlen wie zum Beispiel Umsatz oder EBIT bereit.

 

Aktuelle Fakten für Auslandstöchter.
Sämtliche Managementebenen profitieren von den mobil und online einsehbaren Finanzinformationen: So verfügen zum Beispiel die Chefs der ausländischen Tochtergesellschaften nun über umfassende aktuelle Fakten – für ihren eigenen Verantwortungsbereich in allen Details und in Auszügen auch für andere Länder. 

Das Finance-Cockpit wird bei der Porsche Bank derzeit einmal im Monat aktualisiert. «So haben unsere Landesgeschäftsführer ihre Kennzahlen in allen Details stets im Blick und können sich darüber hinaus mit ihren Kollegen in den anderen Ländern benchmarken», sagt BI-Experte Hinterhauser. 

Beide Cockpits werden im Unternehmen sehr positiv angenommen: Die einheitliche und transparente Darstellung der Kennzahlen gerade im Finanzbereich ist für das Topmanagement äußerst wertvoll, weil zum Beispiel Vergleiche zwischen den Ländern erleichtert werden. «Es gibt in den Vorstandssitzungen nur noch eine gemeinsame Wahrheit über die Zahlen, die überwacht und berichtet werden; grundlegende Diskussionen über die Bedeutung und Berechnung einzelner Zahlen entfallen», betont der Manager.

 

Vertriebsleiter-Dashboard ab 2015.
«Wir sind mit der MicroStrategy-Lösung sehr zufrieden», sagt Hinterhauser, «sie ist sehr flexibel – unter anderem bei der Entwicklung von Anwendungen im Internet, wo wir Aufwand für Installationen und Wartung sparen.» Dem Porsche Bank-Manager gefallen besonders die Erweiterungsmöglichkeiten der Plattform: «Die Entwicklung von Lösungen für mobile Geräte und die Verbandelung mit anderen Software-Standards ist einfach. So zum Beispiel die Verbindung mit einem Planungstool, das wir für die Budgetierung und jährliche Planung der Stückzahlen und Finanzierungsanteile verwenden.»

Die BI-Lösungen der Porsche Bank werden sukzessive erweitert. Über das Vertriebs-Dashboard etwa sollen ab 2015 die Vertriebsleiter Österreich, die für einzelne Bundesländer verantwortlich sind, die täglichen Stückzahlen mobil und online verfügbar haben. Und auch auf Händler- und Verkäuferebene sollen die Zahlen für iPad und andere Geräte verfügbar gemacht werden. «Unsere Vertriebspartner sollen dann vor Ort im Gespräch mit den Markenverantwortlichen einerseits die aktuellen Stückzahlen oder Budgetzahlen online abrufen und andererseits über die iPads ihre Daten ins System eingeben können», erläutert Hinterhauser. Technisch wird dies bei der Porsche Bank mit der Lösung «Transaction Services» von MicroStrategy umgesetzt.

 

Erweiterung um Risikomanagement.
Darüber hinaus steht die Ausweitung des mobilen Sales-Cockpit-Services auf die Tochtergesellschaften der Porsche Bank in Osteuropa noch aus. «Es wird sicherlich der Zeitpunkt kommen, an dem wir sie mit anbinden», sagt Hinterhauser. Generell sollen Auslandstöchter stärker vom ausgeprägten BI- und DWH-Know-how der Porsche Bank profitieren. «Deshalb wollen wir für diese Märkte ein zusätzliches Data Warehouse aufbauen. Das ist aber noch Zukunftsmusik und wird noch einige Zeit dauern», sagt der Salzburger BI-Stratege.

Konkreter sind bereits die Pläne für ein drittes neues Feld in puncto Business Intelligence: ein Cockpit für das Risikomanagement. «Wir haben eine eigene Software, mit der wir Risikokennzahlen berechnen. Diese Zahlen möchten wir künftig besser überwachen und anzeigen können», sagt Martin Hinterhauser. Das Projekt wird zunächst für Österreich, später auch für die Tochtergesellschaften in Osteuropa umgesetzt.

Unabhängig von der genauen Verbreitung des Dashboard-Systems für das Risikomanagement in den einzelnen Ländern und Sachgebieten, erhofft sich die Porsche Bank weitere erhebliche Vorteile vor allem für das Topmanagement. 

 

Dynamische Informationen.
Diese Hoffnungen sind mehr als berechtigt. Denn statt der heute noch weitgehend manuellen Auswertungen sind die Informationen dann für die Topmanager schneller, systematischer und transparenter verfügbar. 

Wie auch immer das detaillierte System in Zukunft aussehen wird – Martin Hinterhauser hat ein klares Ziel: «Wir wollen, dass das Management regelmäßig dynamische statt nur statische Informationen zur Verfügung hat.»

 
 
Quelle: BUSINESS INTELLIGENCE MAGAZINE, www.bi-magazine.net 
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